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Ketoazidose wirksam vorbeugen

Ketonspiegel im Blick behalten

Zwar kommen Ketonkörper natürlicherweise im Blut vor, für Menschen mit Diabetes ist – in bestimmten Situationen – eine Kontrolle des Ketonspiegels dennoch empfehlenswert. Warum das so ist, welche Symptome von Bedeutung sind und wie Keton-Messgeräte unterstützen können.

Eine Ketoazidose ist eine mögliche Komplikation bei Diabetes, die entsteht, wenn der Körper zu wenig Insulin zur Verfügung hat. Man spricht auch von einer Stoffwechselentgleisung und obwohl der Blutzuckerspiegel hoch ist, können die Zellen den Zucker nicht mehr als Energiequelle nutzen.

Um den Energiemangel auszugleichen, setzt die Leber vermehrt Ketonkörper aus dem Fettgewebe frei, die das Blut übersäuern können. Die Konzentration steigt im Blut schneller und stärker an als bei einer harmlosen „Ketose“, etwa infolge einer kohlenhydratarmen Ernährung.

Eine beginnende Ketoazidose macht sich meist durch deutliche Anzeichen bemerkbar. Hierzu gehören: anhaltend hoher Blutzucker, ungewöhnlicher Geruch der Atemluft (ähnlich Nagellackentferner/Aceton), Übelkeit, Unwohl-sein, Bauchschmerzen oder Erbrechen.

In diesem Fall gilt: Sofort reagieren und notärztliche Hilfe einholen. Insulin und ärztliche Betreuung können die Situation schnell stabilisieren.

Ketonspiegel im Blick behalten

Ketonkörper lassen sich mithilfe von Urinteststreifen nachweisen oder über das Blut messen. Dafür reicht wie auch beim Blutzucker ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere.

Zur Verfügung stehen Messgeräte, mit denen sich sowohl Glukose als auch Ketone erfassen lassen. So etwa von GlucoMen oder Wellion.

Typische Symptome, die auf hohe Glukosewerte hinweisen, sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, häufiges Wasserlassen, Übelkeit mit Erbrechen, starker Durst, Bauchschmerzen.

Wer sicher sein will, ob auch Ketonkörper erhöht sind, sollte dies messen. Auch bei unklarer Ursache wiederholt hoher Werte ist ein Test sinnvoll.

Ketonmessungen können insbesondere für Menschen mit Typ-1-Diabetes von Bedeutung sein, aber auch jene mit Typ-2-Diabetes, die mit Insulin oder SGLT2-Hemmern behandelt werden, sollten ihre Ketone im Blick behalten. (Produkte zur Ketonmessung finden Sie bei Mediq Diabetes.)

Blick in die Zukunft

Um einer Ketoazidose künftig noch einfacher vorbeugen zu können, wären Sensoren, die sowohl Glukose als auch Ketone kontinuierlich messen können, praktisch. Idealerweise müssten auch solche Sensoren in einem AID-System mit einer Insulinpumpe koppelbar sein. Erste Systeme sind bereits in der Entwicklung.

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