Alle Jahre wieder – Weihnachten mit der Verwandtschaft
Es könnte alles so schön sein. Man richtet sich hübsch her, hat irgendwo unter dem festlichen Kleid einen Platz für die Pumpe gefunden (und hey, selbst wenn ihr in Jogginghose feiert: I don’t judge!), setzt sich ins Auto und
… würde sich am liebsten in eben dieses wieder hinein setzen, sobald man von der ersten Tante keine Schokolade geschenkt bekommt wie alle anderen im Raum.
Man hat ja schließlich Diabetes!
Und scheinbar die ganz schwere Form davon, wenn man den Gesprächen den Rest des Tags über so lauscht. Die Insulinpumpe als neues Gadget, was einem selbst ungemein das Leben erleichtert und welche man freudig der Familie zeigt? Ich muss ja quasi schon mit einem Bein im Grab stehen, wenn es schon so weit gekommen ist mit mir und meinem Diabetes!
Dass ich aus Frustration dann drei Klöße statt einem verdrücke, fällt schon mal niemandem auf. Klöße haben ja schließlich im Kopf der Allgemeinheit keinen Zucker und davon tun dann auch drei auf einmal meinen Werten absolut nichts – wenn man meiner Verwandtschaft glauben darf. Glühwein? Rein damit. Aber Finger weg von den Plätzchen. Außer natürlich von den Diabetikerplätzchen mit dezentem Süßstoffnachgeschmack vom Bäcker, der bei Tante Hildegard um die Ecke liegt.
Und wenn Tante Hildegard spätestens bis Ostern wieder vergessen hat, was ich ihr erzählt habe und mir statt Schokolade lieber ein paar Euro zusteckt? Dann ist das okay. Ich erkläre nochmal von vorne – und kaufe mir von diesem Geld eben selbst Schokolade.
Frohe Weihnachten!