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Bolusvarianten richtig einsetzen

Durch unsere Nahrung führen wir uns lebensnotwendige Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe, Energie und Flüssigkeit zu. Gesunde Lebensmittel sind somit eine wichtige Quelle für einen intakten Stoffwechsel. Um die enthaltenen Energiebestandteile aufnehmen zu können, benötigt der Köper den Schlüsselbotenstoff (Hormon) Insulin. Dafür wird in einem gesunden Organismus, in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), permanent kleine Insulinmengen gebildet und in Follikeln gespeichert. Je nach Blutzuckerspiegel (Glukosespiegel), reguliert der Körper alle 5 – 6 Minuten entsprechend die Insulinabgabe. Ein Teil, der sogenannte Basalinsulinbedarf, wird kontinuierlich für die Grundversorgung der Zellen abgebeben. Zusätzlich steigert sich die Insulinausschüttung, durch mahlzeitenausgelöste Glukoseanstiege. Bei Werten unter 70 mg/dl bzw. 3,9 mmol/l wird die Insulinausschüttung hingegen unterbrochen. Zusammen ergeben der Basal- und Mahlzeiten-Insulinbedarf den Gesamtinsulinbedarf.Die physiologische GlukoseaufnahmeSobald der Blutzucker ansteigt, wird bei einer stoffwechselgesunden Person, eine biochemische Reaktion ausgelöst, welche zu einer biphasischen Ausschüttung von Insulin führt. Die Glukose (Traubenzucker) kann nun in den Zellen (Leber-, Muskel- und Fettzellen) aufgenommen werden. Mit einer Insulinpumpentherapie ist es möglich, die natürliche Insulinausschüttung nachzuahmen. Die programmierte Basalrate sorgt für eine Grundversorgung der Körperzellen, welche von den verfügbaren Insulinpumpenmodellen circa alle 5 Minuten, in winzig kleinen Tröpfchen, abgegeben wird. Das tägliche To Do der Bolusanpassung besteht nun darin, die mahlzeitenbedingten Glukoseanstiege und die Insulinzufuhr in Einklang zu bringen. Der Weg der NährstoffeDie Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß werden im Verdauungstrakt unterschiedlich aufgespalten, aufgenommen und verstoffwechselt.Die KohlenhydrateKohlenhydrate sind unsere primäre Energiequelle und ein dominanter Energielieferant. Sie bestehen aus Kohlenstoff & Wasser (Wasserstoff und Sauerstoff). 1g enthält ca. 4 Kilokalorien (kcal) Energie. Sie kommen in unserer Nahrung in Form von Einfach-, Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzuckern vor. Auch Ballaststoffe bestehen aus Kohlenhydraten. Jedoch ist diese Bindungsform unverdaulich und stoffwechselneutral. Bereits beim Kauen werden die Kohlenhydrate durch Enzyme aufgespalten. Die Einfachzucker (die kleinsten Zuckerbestandteile): Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und Galaktose, werden über die Schleimhäute, durch Diffusion (Konzentrationsausgleich durch Strömung), in den Blutkreislauf aufgenommen. Dies beginnt bereits ab der Mundschleimhaut. Somit folgt ein unmittelbarer Anstieg des Blutzuckers, graduierend (ausgleichend) zum Blutzuckerspiegel.Formen der KohlenhydrateTraubenzucker (Glukose) - Einfachzucker … wird insulinabhängig verstoffwechselt. Ein Anstieg der Glukosekonzentration löst an der gesunden Pankreas eine Insulinsekretion aus, um die Glukose in die Muskel-, Leber- und Fettzellen aufnehmen zu können. Glukose finden wir z. B. in Früchten.Fruchtzucker (Fruktose) - Einfachzucker … ist der am süßesten schmeckende Monosaccharid (Einfachzucker) und wird insulinunabhängig, fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt. Er kommt natürlicher Weise als Baustein von Saccharose (Zweifachzucker: Fruktose + Glukose) in Früchten und in kleinen Mengen auch im Gemüse vor. Wir finden ihn hauptsächlich im Haushaltszucker, einem Zweifachzucker aus Traubenzucker und Fruchtzucker. Galaktose - Einfachzucker … wird insulinunabhängig verstoffwechselt und kommt in Milch und Milchprodukten, als Bestandteil des Milchzuckers (Laktose = Galaktose + Glukose), vor. Galaktose wird ebenso wie der Fruchtzucker in der Leber verarbeitet und in den Glukosestoffwechsel eingeschleust.Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzucker Diese Zuckerverbindungen müssen erst durch Verdauungsenzyme in ihre Monosaccharid-Bestandteile gespalten werden, bevor sie ins Blut fließen können. Somit ist der Glukoseanstieg hier entsprechend verzögert.Ballaststoffe … bestehen aus Nahrungsfasern, Quellstoffen, Vitaminen und Wirkstoffen, die wichtig für die Verdauung und den Stoffwechsel sind. Sie verzögern ebenfalls die Resorption und tragen so zu einem gleichmäßigen Glukoseverlauf bei. Durch ihr Füllvolumen und die Verweildauer im Verdauungstrakt, sorgen sie außerdem für eine gute und langanhaltende Sättigung.Die EiweißeEiweiß besteht aus verschiedenen Aminosäuren, welche aus Kohlenstoff, Wasser, Stickstoff und selten aus Schwefel bestehen. 1g Eiweiß liefert ca. 4 kcal. Sie kommen in Hülsenfrüchten und tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Eiern vor. Vom Körper werden Eiweiße in erster Linie als Baustoff für Zellen und Botenstoffe benötigt. Nicht alle Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen. Die fehlenden Aminosäuren sind essentiell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Der tägliche Bedarf an Eiweiß beträgt im Normalfall ca. 1g pro kg Körpergewicht. Ca. 15% des täglichen Energiebedarfes wird durch Eiweiße gedeckt. Hauptsächlich werden jedoch die Aminosäuren in den Aminosäurenpool der Leber eingeschleust.Die Fette Fette bestehen (ähnlich wie Kohlenhydrate) aus Kohlenstoff & Wasser zuzüglich (zzgl.) Glycerin. Fettsäuren benötigt der Körper zum Lösen und Transportieren der Vitamine A, D, E & K, sowie für den Aufbau von Zellstrukturen. 1g Fett enthält 9 kcal und ist der energiereichste Nährstoff. Die Leber ist in der Lage das Fett zu Glukose oder überschüssige Glukose in Fettdepots umzuwandeln.StoffwechselvorgängeEine ausgewogene Mahlzeit versorgt unseren Organismus über mehrere Stunden mit Energie und Nährstoffen. Hierfür wird die aufgenommene Glukose in der Leber und in den Muskelzellen als Glykogen zwischengespeichert. Überschüssige Energie wir in Fettdepots abgelegt. Traubenzucker erhöht direkt den Glukosespiegel im Blut, hingegen werden Fruktose und Galaktose erst in der Leber verstoffwechselt. Zuckerverbindungen, Fettsäuren und Aminosäuren müssen durch Verdauungsenzyme im Mund, Magen und Dünndarm gespalten werden, bevor sie über die Leber in den Energiekreislauf aufgenommen werden. Außerdem wird auch für den Fett- und Eiweißstoffwechsel etwas Insulin vom Körper benötigt!MahlzeitenzusammenstellungEine ausgewogene Mahlzeit besteht aus 1/3 Kohlenhydrate, 1/3 Fett & Eiweiß und 1/3 Ballaststoffen in Form von Gemüse oder Salat. So wird der Körper mit allen notwendigen Nährund Wirkstoffen versorgt. Durch diese Verteilung werden die Nährstoffe relativ gleichmäßig resorbiert. In einer Kohlenhydrateinheit (KE) sind also nicht nur Kohlenhydrate, sondern alle Nährstoffe enthalten. Bei einer unausgewogenen Mahlzeit kann es nötig sein, die Fette und Eiweiße separat zu berechnen. Gerade bei extremem Verzicht auf Kohlenhydrate ist der Körper auf die Glukosegewinnung aus Fetten und Eiweißen angewiesen. Als Faustformel für eine Fett-ProteinEinheit (FPE) werden 100 Kilokalorien (kcal) pro FPE mit dem persönlichen Insulinfaktor berechnet. Fette und Proteine (Eiweiße) werden verzögert aufgenommen, so dass die Bolusabgabe entsprechend verlangsamt werden muss.BolusartenMit Insulinpumpen ist es möglich, den zu verabreichenden Bolus sofort und/oder verzögert abzugeben. Die sofortige bzw. verzögerte Abgabe der gesamten Bolusmenge richtet sich nach der Geschwindigkeit der Kohlenhydratresorption, Nährstoffaufnahme, Nährstoffumwandlung und entsprechend des zeitlich folgenden Glukoseanstieg im Blut. Bei normalen Glukosewerten sollte der Bolus vor der Mahlzeit abgegeben werden, da insbesondere der erste Insulinpeak der Leber signalisiert, dass eine Nährstoffanflutung bevorsteht. Somit stellt die Leber die Glukoseabgabe ein und wechselt zur Energieaufnahme. Die Restmenge des Gesamtbolus sollte entsprechend der Verdauungs- und Resorptionsgeschwindigkeit angepasst werden.Der normale BolustypBei einem sofortigen Bolus wird die gesamte Insulinmenge auf einmal abgegeben. Diese Bolusart eignet sich für Lebensmittel, die schnell ins Blut resorbiert werdenBeispiele Obst, süßes Gebäck, WeißmehlprodukteDer verzögerte BolustypBeim verzögerten Bolus wird die gesamte Insulinmenge auf einen programmierten Zeitraum gestreckt und nach und nach abgegeben. Diese Bolusart eignet sich für Lebensmittel, die langsam verdaut und resorbiert werden.Beispiele fett-, eiweiß- und ballaststoffreiche Lebensmittel wie z.B. Wiener Schnitzel mit Pommes, LinsengemüseDer Dual-Bolus Mit einem geteilten Bolus kann ein Teil des Bolusbedarfes schnell und ein Teil langsam abgedeckt werden. Je größer der Fett-Eiweißanteil ist, um so länger muss der Bolus verzögert werden.Beispiele Zwiebelrostbraten (eiweißfettreich) mit Pell-/Bratkartoffeln, Pizza oder DönerDer voreingestellte Bolus Im hektischen Alltag kann es hilfreich sein, immer wiederkehrende Mahlzeiten (z. B. das Pausenfrühstück oder das Lieblingsgericht) vorab in Ruhe auszutesten. Hat man dann die richtige Insulinmenge und Abgabegeschwindigkeit gefunden, so lässt sich bei einigen Pumpen ein „voreingestellter Bolus“ programmieren, der einfach nur noch abgerufen werden muss. Alternativ kann man sich auch einen persönlichen „Spickzettel“ schreiben. So können Sie auf einfache Weise Schwankungen routiniert abmildern.Übersicht Insulinwirkprofile und Wirkdauer Insulinname Wirkeintritt Wirkmaximum Wirkdauer bis zu ... Lyumjev 5-10 Minuten 30-40 Minuten 4-5 Stunden Fiasp 10-15 Minuten 35-45 Minuten 5-6 Stunden Novorapid 15-20 Minuten 45 Minuten 5-6 Stunden Humalog 15-20 Minuten 50 Minuten 5-6 Stunden Liprolog 15-20 Minuten 50 Minuten 5-6 Stunden Apidra 15-20 Minuten 50 Minuten 5-6 Stunden Insuman Infusat 30-40 Minuten 120-180 Minuten 6-8 Stunden Durch die richtige Wahl der Bolusart Blutzuckerschwankungen reduzierenDurch die verschiedenen Bolusarten, eine präzise Anpassung der Bolusmenge an die Resorptionszeit (Zeit der aktiven Kohlenhydrate) von Mahlzeiten, können Glukoseschwankungen reduziert werden. Die wichtigste Berechnungsgröße für die Bolusmengen sind die Kohlenhydrate, da diese sich primär auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Fette und Eiweiße wirken sich verzögert aus und verlangsamen die Glukoseanstiege. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum konstant gehalten werden.Erfreulicher Weise sind wir Menschen geneigt Routinen zu entwickeln, so dass die Mahlzeitenberechnungen und neuen Erkenntnisse schon bald ganz normaler Bestandteil Ihres täglichen Lebens sind. Gehen Sie einen Schritt nach dem Anderen und fangen Sie beim Austesten mit Ihren wichtigsten Mahlzeiten an. Schon bald wird sich der positive Kurs auch auf die anderen Mahlzeiten ausdehnen und schnell kommen Sie auch mit komplizierteren Zusammenstellungen zurecht. Haben Sie ein bisschen Geduld mit sich, es lohnt sich.Quellen:Ernährungsmedizin (2010) - Thieme Verlag“, 4. Auflage, Stuttgart, New York Workshop Ernährung (2019) – Erik David – 1. Auflage, E-Book, Ernährungswissen anschaulich erklärt und praxisgerecht zusammengefasst Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2017) - Essen und Trinken bei Diabetes, 7. Auflage, Monika Cremer Lilly Diabetes (2020) - lillymedical.de – Lyumjev-insulin-lispro-vergleich-mit-schnellen-insulinanaloga-112598

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