Alles rund ums diabetische Fußsyndrom
Ursachen diabetisches Fußsyndrom: Nervenerkrankungen und Arterienprobleme
Das diabetische Fußsyndrom kann im schlimmsten Fall zur Amputation führen. Es ist auf zwei Folgeerkrankungen des Diabetes zurückzuführen: Polyneuropathie und arterielle Verschlusskrankheit. Bei der handelt es sich um eine Störung der Nervenfunktion, die durch eine schlechte Stoffwechseleinstellung mit dauerhaft zu hohen Blutzuckerwerten begünstigt wird. Typisch für eine diabetische Neuropathie ist eine Störung des Schmerzempfindens an Beinen und Füßen. Weil die Nerven geschädigt sind, können sie Schmerzimpulse nicht mehr an das Gehirn weiterleiten. Bei der Berührung mit heißen oder scharfkantigen Gegenständen, wie zum Beispiel Steinchen im Schuh, fehlt dem Gehirn damit ein wichtiges Warnsignal. So kann es zu Verletzungen kommen, die – zunächst unbemerkt – eine Eintrittspforte für Haut- und Knocheninfektionen darstellen. Die regelmäßige Inspektion der Füße ist deshalb sehr wichtig. Zur Früherkennung der sensomotorischen diabetischen Neuropathie sieht der Gesundheits-Pass Diabetes eine jährliche Vorsorgeuntersuchung vor. Diese solltet ihr unbedingt wahrnehmen, auch wenn ihr keine Beschwerden habt. Denn etwa 50 Prozent der Neuropathien verlaufen zunächst ohne spürbare Anzeichen, schreiten aber dennoch fort. Mit einer konsequenten und möglichst frühen Behandlung einer Neuropathie lässt sich eine Verschlimmerung verhindern. Oftmals lassen sich anfängliche Veränderungen sogar noch zurückdrängen.Symptome, die ihr selbst feststellen könnt, sind:
- Verminderte Schmerzwahrnehmung
- Verminderte Schweißbildung
- Verminderte Empfindlichkeit für heiß und kalt
- Kribbeln, Ameisenlaufen, Schmerzen in der Nacht
- Veränderung der Fußform, wodurch sich vor allem an den Groß- und Kleinzehenballen starke Hornhaut bildet
Symptome, die ihr selbst feststellen könnt, sind:
- Kalte Füße
- Schmerzen in Waden, Gesäß oder Oberschenkeln beim Gehen, auch bei kurzen Strecken
- Im späteren Stadium: Schmerzen in den Füßen und Zehen auch im Ruhezustand
- Die Optimierung des Stoffwechsels in Zusammenarbeit mit dem Arzt und Diabetesteam, damit das diabetische Fußsyndrom nicht weiter fortschreitet
- Wahrnehmung der Termine innerhalb der im Netzwerk zusammen geschlossenen Spezialisten
- Auch bei kleinsten Verletzungen den Arzt aufsuchen
- Tägliche Inspektion der Füße auf Verletzungen und konsequente Beachtung der Fußpflege-Vorschriften
Vorbeugen – die richtige Fußpflege bei Diabetes
Einmal täglich sollten die Füße zwischen den Zehen sowie insbesondere auch die Fußsohle, auf Druckstellen und Verletzungen untersucht werden. Ein spezieller Spiegel mit einem langen Griff erleichtert die Selbstuntersuchung. Wer möchte, kann auch einen Angehörigen fragen, ob er die Fußinspektion übernimmt. Außerdem freuen sich die Füße über extra Streicheleinheiten.Verwöhnprogramm für die Füße:
- Ein kurzes Fußbad (maximal drei Minuten) bei nicht mehr als 37 °C Wassertemperatur (mit einem Thermometer kontrollieren!), angereichert mit einem milden Pflegezusatz, der zum Beispiel Aloe Vera enthält.
- Füße, besonders zwischen den Zehen, gründlich abtrocknen. Bei feuchten Zehenzwischenräumen kann leicht Fußpilz entstehen.
- Eine Fußmassage, bei der jeder Zeh einzeln geknetet wird und den ganzen Fuß streichend massieren. Auch ein Igelball oder Fußroller tun gut.
- Spitze „Werkzeuge“ sind tabu
- Ausreichend Platz für den Fuß in Breite, Höhe und Länge
- Eine Schuhsohle, die nicht zu biegsam ist und sich nicht seitlich verdrehen lässt
- Halt um die Ferse
- Eine weiche Innenpolsterung ohne vorgeformtes Fußbett
- Möglichst flache Absätze
- Innen keine harten Nähte, Ösen oder ähnliche Fremdkörper
- Beim Material weiches Leder bevorzugen